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26.07.2019

Wiederholungsaudit nach EDL-G 2019

Alle vier Jahre müssen große Unternehmen ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchführen. Dazu verpflichtet sie das Energiedienstleistungsgesetz (EDG-L). Nach dem ersten Audit im Jahr 2015 steht dieses Jahr das erste Wiederholungsaudit an. Dieser Beitrag soll alle wesentlichen Änderungen und Neuigkeiten zusammenfassen.

Wann genau das Wiederholungsaudit durchgeführt sein muss, richtet sich nach dem Termin der Abschlussbesprechung. Für das erste Audit galt die Frist bis zum 05.12.2015. Wurde das Audit früher durchgeführt, gilt ab dem Datum der Abschlussbesprechung die Vier-Jahres-Frist.

Beispiel: Wurde das Audit am 08.10.2015 abgeschlossen, muss das Folgeaudit bis zum 08.10.2019 umgesetzt werden.

Das gilt übrigens auch, wenn das erste Audit verfristet stattgefunden hat. Haben Sie beispielsweise das erste Audit erst am 06.02.2016 durchgeführt, so muss das Wiederholungsaudit bis zum 06.02.2020 abgeschlossen sein.

Bisher war es für Unternehmen mit mehreren Standorten möglich, lediglich die Anzahl an Standorten zu auditieren, die der Quadratwurzel der Gesamtanzahl entspricht.

Nach dem geänderten Merkblatt des BAFA ist dies jedoch nur noch möglich, wenn eine eindeutige und einheitliche Filialstruktur vorliegt. Produzierende Unternehmen mit einer komplexen und differenzierten technischen Infrastruktur müssen künftig daher meist für jeden Standort ein Audit durchführen.

Die Anwendung der 90%-Regelung im Wiederholungs-Energieaudit eines Gruppenverbundes wird aktualisiert. Die Bilanzierung des zu auditierenden Gesamtenergieverbrauchs schließt nun auch die Unternehmen mit ein, welche nach ISO 50001 bzw. EMAS zertifiziert und von der Energieauditpflicht freigestellt sind. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass alle teilnehmenden Unternehmen bereits ein Erstaudit durchgeführt haben und sich im Prozess des Wiederholungsaudits befinden.

Aus dem Merkblatt zur Erstellung von Auditberichten ist nunmehr gefordert, eine Lastganganalyse des auditierten Unternehmens zu erstellen. Dazu müssen die Hauptabnahmestellen des Strom- und ggf. Erdgas-Verbrauchs analysiert werden. Hier besteht eine wesentliche Chance zur Optimierung des Energieverbrauchs, indem Ineffizienzen und unplausible Verbräuche zielsicher aufgedeckt und ggf. künftig vermieden werden können.

Energieeinsparmaßnahmen dürfen künftig nicht mehr mithilfe einer statischen Amortisationsrechnung bewertet werden. Für das Wiederholungsaudit müssen Maßnahmen mit dynamischen Methoden wie der Kapitalwertmethode oder einer Lebenszykluskostenanalyse bewertet werden.

Nach einem Gesetzesentwurf, der vermutlich im September beschlossen und im Oktober in Kraft treten wird, sollen Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch von weniger als 500.000 kWh von der Durchführung eines Energieaudits befreit werden. Diese müssen lediglich ihren Energieverbrauch und die Energiekosten über eine Online Maske an das BAFA melden. Sofern dem Gesetzesentwurf zugestimmt wird, haben diese Unternehmen für die Eingabe in der Online-Maske bis zum 31.03.2020 Zeit.

Gerne stehen wir Ihnen als zugelassene Energieberater des BAFA für die Durchführung der Audits zur Verfügung.





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